Enzyme - unsere unterschätzten Begleiter

Der Sommer neigt sich dem Ende. Vielleicht hat man sich im Urlaub beim Beach-Volleyball eine Sportverletzung zugezogen, das ein oder andere Glas Wein getrunken, hier und da beim Essen über die Strenge geschlagen oder sich bei den ersten herbstlichen Temperaturen eine Erkältung zugezogen. Dann ist es an der Zeit etwas für sich zu tun oder zumindest etwas über sich und seine wichtigen Begleiter, die Enzyme (Biokatalysatoren) zu erfahren. Enzyme sind mit allen Prozessen des Lebens verbunden, daher sollten wir uns mit ihnen beschäftigen.

Enzyme sind Subtanzen die unser Leben erst möglich machen. Diese kleinen Wunderbausteine sind für über 30 Billiarden chemische Reaktionen pro Sekunde in unserem Körper verantwortlich. Zahlen und Fakten, die sich unserer Vorstellungskraft entziehen. Sie sind Stoffwechselkatalysatoren, die uns ermöglichen zu atmen, zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu verdauen, sie sind also für jede einzelne Organfunktion unseres Körpers verantwortlich.

Was sind denn eigentlich Enzyme?

Manche kennen den Begriff vielleicht noch dunkel aus der Schule und erinnern sich an das Schlüssel-Schloss-Prinzip im Zusammenhang mit Enzymen. Enzyme haben auflösenden und aufspaltenden Charakter, wenn ein Substrat (Schlüssel) auf sie (Schloss) trifft. Damit ermöglichen sie Nahrung zu verdauen, Nährstoffe, Fette, Zucker und Eiweiße aufzunehmen. Die Nahrungsmoleküle werden durch Enzyme aufgespalten, sodass sie in die Zellen gelangen können. Die aufgenommen Stoffe sind Energieträger oder Aufbaustoffe.

Die Aufgaben der verschiedenen Enzyme sind vielseitig, folgend sind ein paar deren Aufgaben aufgelistet:

  • Blutgerinnung bei einer Verletzung

  • Energiebereitstellung im Muskel

  • Diverse Aufgaben im Immunsystem

  • Regeneration von Zellen oder Gewebe

  • Entgiftung des Körpers

  • Steuerung der Produktion von Hormonen

  • Steuerung des Säure-Base-Haushalts

  • Abfangen der freien Radikale

Unsere Enzyme werden aufgrund der verschiedenen Aufgabengebiete in 3 Klassen eingeteilt, den Verdauungsenzymen, Nahrungs- und Pflanzenenzymen und den Stoffwechselenzymen.

Verdauungsenzyme werden von uns selbst produziert und helfen, die Nahrung in einfache Moleküle aufzuspalten.

Nahrungs- und Pflanzenenzyme werden hingegen in Pflanzen produziert und können die Aufgabe der Verdauungsenzyme übernehmen. Sie stammen aus diversen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Salat, usw.. Neben den Vitaminen die in Obst und Gemüse enthalten sind, sind auch die Enzyme in diesen für uns essentiell. Da heutzutage allerdings nur die wenigsten dieser Lebensmittel roh verspeist werden, kommen uns die Enzyme nicht zu Gute. Beim Erhitzen dieser kommt es zu Denaturierung der Proteine und damit zur Zerstörung des Enzyms.

Stoffwechselenzyme werden in unseren Organen, Körperzellen, Knochen und im Blut produziert. Diese Stoffwechselenzyme sind für die wesentlichen Aufgaben in unserem Körper verantwortlich. Sie halten die Organfunktion von Gehirn, Herz, Niere und Lunge aufrecht. Diese Stoffwechselenzyme werden in hoher Anzahl benötigt. Die Verdauungsenzyme unseres Körpers haben sofern sie nicht mit der Verdauung beschäftigt sind Kapazitäten frei und unterstützen die Stoffwechselenzyme in Zeiten einer Erkältung oder einer Verletzung.

Das sind nur Auszüge der Aufgaben die unseren Enzyme zu teil werde, doch sie spiegeln wieder, wie wichtig Enzyme für unseren Körper und letztendlich für uns sind.

Neben ihrer Aufgabe an sich schaffen diese Biokatalysatoren biochemische Reaktionen extrem zu beschleunigen.

Unsere Zellen unterliegen einem ständigen Wachstums- und Veränderungsprozess. 80 Prozent der durch die Nahrungsaufnahme gewonnenen Energie wird für den körperlichen Grundumsatz benötigt. Dieser Grundumsatz deckt den Energiebedarf für die Atmung, Verdauung, Herzschlag und Stoffwechsel ab. Enzyme greifen in diesen Prozess nun so ein, dass sie die Reaktionen extrem beschleunigen ohne dabei selber den Energieverbrauch maßgeblich zu verändern.

Zusammenfassend spielen unsere Enzyme also in der Zellatmung, der Auflösung von Blutgerinnseln und der Regulierung des Abwehrsystems bei Entzündungen eine maßgebliche Rolle.

Wie groß ist also unser Vorrat an unseren besonderen Biokatalysatoren?

Unsere Enzyme stehen in den ersten Lebensjahren ausreichend zur Verfügung, dieser Status verändert sich leider im Laufe des Lebens. Unsere Biokatalysatoren gehen über Schweiß, körperliche Schlacken und durch den natürlichen Alterungsprozess der Organe verloren. Forscher fanden heraus, dass mit jeder Lebensdekade die Enzymproduktion um mindestens 10 % zurück geht. Interessant sind in diesem Kontext zum Beispiel auftretende Verdauungsprobleme im Alter. Mit Erreichen des 50igsten Lebensjahr stellt der Körper nur ungefähr noch die Hälfte der Enzyme her im Vergleich zu einem jungen Menschen. Aus diesem Grund können sich häufiger Verdauungsprobleme einstellen.

Mit dem sinkenden Enzymspiegel im Körper können also diverse Probleme sowohl im Verdauungssystem als auch bei Selbstheilungskräften usw. auftreten.

Wie gleiche ich den entstehenden Enzymmangel aus?

Durch eine ausgewogene Ernährung kann ein Enzymmangel zum Teil ausgeglichen werden. Wichtig ist, dass hierbei darauf geachtet wird, dass enzymreiche Nahrungsmittel nicht gekocht, gebacken oder in der Mikrowelle erwärmt werden, da durch diese Prozesse die Enzyme inaktiviert werden. Viele Enzyme werden vom Körper bei Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress nicht mehr im ausreichenden Maße exprimiert.

Ein gesunder Mensch sollte also darauf achten regelmäßig rohes Gemüse und Obst zu sich zu nehmen, um seinen Enzymhaushalt aufzufüllen.

Da Enzyme an so vielen Prozessen in unserem Körper maßgeblich beteiligt sind, ist deren therapeutischer und therapiebegleitender Einsatz in vielen Fällen hilfreich. Folgend werden ein paar der therapeutischen Einsatzgebiete aufgezählt:

  • bei Schmerzen (Rückenbeschwerden)

  • bei Gelenkerkrankungen und Bewegungseinschränkungen

  • bei rheumatischen Erkrankungen

  • bei Knochenbrüchen

  • bei operativen Eingriffen (Zahnextraktion)

  • bei Gefäßerkrankungen

  • bei Atemwegserkrankungen und Infekten (Harnwegsinfekt)

  • bei Störungen des Immunsystems

  • bei Autoimmunerkrankungen

  • bei der Krebstherapie zur Stärkung des Immunsystems + Linderung der Folgen der Chemotherapie

  • bei allen Entzündungen und Verletzungen

 

Das Team der altlaender-gesundheit steht bei Fragen und für eine Beratung gerne zur Verfügung.

 

Lebensmittel mit hohem Enzymgehalt

  • Getränke (Kombucha, Milch, Wasserkefir, Kwass)

  • eingelegtes Kimchi

  • Tomaten, vor allem in Saftform

  • Avocado

  • Papaya

Enzymprodukte

 

Weitere Themen